
JÖRG´S LAUFKOLUMNE
JEDER MARATHON BEGINNT MIT DEM ERSTEN SCHRITT
Was mich das Laufen fürs Leben gelehrt hat.“
Start » Jörgs Laufkolumne – Folge 1 – Jeder Marathon beginnt mit dem ersten Schritt
Seit 1988 begleitet mich der Laufsport. Wenn ich heute zurückblicke, fällt es mir manchmal selbst schwer zu glauben, wie viele Kilometer, Wettkämpfe und Begegnungen in all den Jahren zusammengekommen sind. Oft werde ich gefragt, ob ich schon immer ein leidenschaftlicher Läufer war. Die Antwort lautet: Nein. Auch ich musste erst meinen eigenen Weg finden.
Als ich 1988 meine ersten Laufschuhe schnürte, ging es mir nicht um Medaillen oder Bestzeiten. Ich wollte mich einfach mehr bewegen, etwas für meine Gesundheit tun und den Kopf freibekommen. Damals hätte ich mir niemals vorstellen können, dass ich einmal Marathons laufen, Laufreisen begleiten oder selbst Veranstaltungen wie den Nordsee Firmenlauf organisieren würde.
Mein erster Lauf führte mich über fünf Kilometer. Für viele erfahrene Läufer klingt das heute vielleicht selbstverständlich, für mich war es damals eine echte Herausforderung. Jeder Kilometer fühlte sich ein wenig länger an als der vorherige. Aber mit jedem Lauf wuchs auch die Freude. Ich merkte schnell, dass Laufen nicht nur den Körper verändert, sondern auch den Kopf.
Aus den ersten fünf Kilometern wurden zehn. Irgendwann folgte der erste
Halbmarathon und schließlich entstand ein Gedanke, der mich nicht mehr losließ: „Kann ich eigentlich auch einen Marathon schaffen?“
Diese Frage begleitete mich über viele Monate. Ich trainierte regelmäßig, lernte meinen Körper immer besser kennen und verstand, dass Geduld im Laufsport oft wichtiger ist als Talent. Im Jahr 2000 war es dann so weit: Mein erster Marathon führte mich nach Amsterdam.
Ich erinnere mich noch gut an den Moment an der Startlinie. Tausende Läuferinnen und Läufer standen um mich herum, jeder mit seiner eigenen Geschichte und seinem eigenen Ziel. Mir war klar, dass ich die Distanz respektieren musste. Die ersten Kilometer liefen fast wie von selbst, doch irgendwann kam der Moment, an dem die Beine schwer wurden und der Kopf begann zu verhandeln. Genau dort habe ich etwas gelernt, das
mich bis heute begleitet: Große Ziele erreicht man nicht mit einem einzigen großen
Schritt, sondern mit vielen kleinen.
Als ich das Ziel erreichte, war ich natürlich stolz. Nicht wegen einer bestimmten Zeit,
sondern weil ich mir selbst bewiesen hatte, dass Ausdauer, Geduld und Vertrauen stärker sein können als Zweifel. Dieses Gefühl hat mich geprägt – nicht nur als Läufer, sondern auch als Mensch.
Heute, fast vier Jahrzehnte nach meinen ersten Laufschritten, darf ich Menschen als Trainer begleiten, Laufveranstaltungen organisieren und erleben, wie andere ihre eigenen Ziele erreichen. Wenn ich am Start eines Laufes stehe und in die Gesichter der Teilnehmer schaue, erkenne ich oft mich selbst wieder. Manche laufen ihre ersten fünf Kilometer, andere bereiten sich auf einen Marathon vor. Jeder von ihnen schreibt gerade
seine ganz persönliche Laufgeschichte. Und genau das fasziniert mich bis heute am Laufsport: Es spielt keine Rolle, wo man
beginnt. Entscheidend ist nur, dass man den ersten Schritt macht.
Jörgs Gedanke zum Schluss
„Laufen hat mir gezeigt, dass Beständigkeit stärker ist als Perfektion. Wer bereit ist, den ersten Schritt zu gehen, wird oft weiterkommen, als er es sich
selbst jemals zugetraut hätte.“
Bis zur nächsten Runde.
Euer Jörg
ÜBER DEN AUTOR
Jörg Brunkhorst
Jörg ist leidenschaftlicher Ausdauersportler, Touristikfachwirt & Lauftrainer
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